Sandrasselotter

Echis carinatus sochureki ( SCHNEIDER, 1801 )

 

 

Echis carinatus sochureki gehört für mich persönlich zu einer der schönsten kleinbleibenden Vipern überhaupt. Da sie ein relativ großes Verbreitungsgebiet besitzt, können diese Tiere stark in der Färbung und Zeichnung variieren. Am auffälligsten jedoch ist der oftmals viperntypische dreickige Kopf, der deutlich vom Hals abgesetzt ist. Echis carinatus sochureki besitzt ziemlich große Augen und die Pupille ist senkrecht geschlitzt. Auf dem Kopf befindet sich oftmals ein Muster, dass einem Pfeil ähnelt. Die Grundfärbung der Tiere kann sandfarben, hellbraun und mittelbraun sein. An den Flanken kann man deutlich eine weißliche Wellenlinie erkennen. Das innere der Wellenspitzen, dass zur Wirbelsäule zeigt ist oftmals dunkelbraun bis scharz gefärbt. Das gleiche befindet sich an den äußeren Spitzen zur Bauchseite. Auf dem Rücken erkennt man weiße längliche Linien, die manchmal mit den Wellenspitzen verbunden sind und diese ebenfalls dunkel umrandet sind. 

 

 

Echis carinatus sochureki kommt in Pakistan, Indien und Afghanistan vor, sowie in einigen Gebieten in Afrika, Iran und in der arabischen Halbinsel. 

 

Diese kleine Viper erreicht eine Größe von etwa 50 - 60 cm, in Ausnahmefällen sogar 70 cm maximal. In freier Natur versteckt sich diese Art tagsüber oft in Felsspaten und Höhlen, um sich vor der Hitze und möglichen Fressfeinden zu schützen. Als natürliche Lebensräume werden Savannengebiete und Felslandschaften bevorzugt, dennoch dringt diese kleine leicht reizbare Schlange in bewohnten Siedlungen von Menschen hervor. Einige Bissunfälle gehen auf das Konto dieser kleinen Viper.

 

Die Sandrasselotter (Echis carinatus sochureki) lässt sich hervorragend in einem Terrarium unterbringen und ist ein einfacher Pflegling. Für ein adultes Pärchen wird oftmals ein Mindestmaß von 80 x 50 x 50 cm  empfohlen. Ich persönlich finde es einfacher und auch schöner für die Tiere, wenn man ihnen ein Terrarium mit den Maßen 100 x 50 x 50 cm zur Verfügung stellt. Einfach auch aus dem Grund, dass nicht alles so beengt eingerichtet ist und man auch einfacher im Terrarium mit seinem Terraristikzubehör (nicht mit loser Hand!) arbeiten kann. Echis carinatus sochureki ist sehr neugierig und kommt bei geringer Störung auch gerne nach vorne. Diese kleine Schlange ist nebenbei auch ziemlich berüchtigt und verrufen, aufgrund ihrer Angriffslust und Agressivität. Entweder werden die Tiere mit dem Haken oder zwei langen Pinzetten fixiert und heraus geholt oder ich entnehme Wasserschale und Ausscheidungen mit dem entsprechenden Werkzeug. 

 

Temperaturen werden am Tage zwischen 30 - 35 °C erreicht und abends bzw nachts auf 24 °C wieder abgesenkt. Sprühen ist bei dieser Art nicht zwingend notwendig, da sie den Großteil des Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrung aufnimmt und gelegentlich aus der Wasserschale trinkt. Wenn ich doch mal sprühe, dann ziemlich kurz und nur in einer Ecke des Terrariums. die Tiere nehmen die Wassertropfen auch gerne von den Pflanzen auf, die daran haften. 

 

Als Futter kann man den Tieren verschiedene Insekten und Mäuse anbieten, die sie normalerweise auch gerne annehmen. Falls man ein Tier erworben hat, dass längere Zeit nichts fressen möchte, kann man auch mal einen Futtergecko oder Geflügel anbieten. Wichtig ist, dass man den Tieren nicht zu viel und zu oft Futter gibt, da diese Art leicht zur Verfettung neigt. 

 

Die Sandrasselotter (Echis carinatus sochureki) ist mit 2 Jahren relativ früh geschlechtsreif und paart sich Anfang des Jahres, also Januar bis März, April. Nach einer Tragezeit von ungefähr 5 - 6 Monaten bringt das Weibchen lebendige Jungtiere zur Welt. Mein Weibchen hatte einen Wurf mit 16 Jungschlangen, die in etwa 15 cm lang waren. Nach etwa 10 Tagen haben sich die Kleinen das erste mal gehäutet. Junge Sandrasselottern werden anfangs mit kleinen Insekten, wie mittleren Heimchen oder Steppengrillen gefüttert. Ich persönlich habe die Beobachtung gemacht, dass die Babys größere Insekten lieber annahmen, als kleinere. Deswegen finde ich mittlere Heimchen ein gutes Futtermittel für die Babys. Nach ein bis zwei weiteren Häutungen waren die Tiere dann so groß, dass man ihnen lebende Babymäuse anbieten konnte. Einige haben diese auch direkt angenommen, andere erst beim dritten oder vierten Versuch. Die Tiere, die früher an Babymäuse herangehen entwickeln sich vom Wachstum her auch schneller. Das oben abgebildete Tier kam am 21. 09. 2015 auf die Welt und darf sein Leben bei mir verbringen.  

 

Die Gattung Echis besitzt ein überaus starkes und sehr gefährliches Gift, dass laut Literatur von Trutnau fünfmal Wirksamer ist, als das einer Kobra! Es ist für einen gesunden erwachsenen Menschen tödlich, wenn keine Hilfe gerufen wird und keine Maßnahmen getroffen werden! Die Jungtiere sind bereits ab der Geburt hochgiftig!